Initiative >Wider das Vergessen< - Dirk Nabering

Veröffentlicht auf von Dirk Nabering

Initiative  >Wider das Vergessen<

nach den Erfahrungen meiner Aktivitäten während der letzten Jahre ( zum Beispiel: Festival Pro - >Verfolgung - Widerstand - Exil<  (Programmheft sende ich auf Wunsch gerne zu) ; Gründung des  >Bronislaw-Huberman-Forums<  ( www.BronislawHubermanForum.com ); Kooperation mit dem  >Verein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach<  - aus Anlass der Jährung des Deportationstages ) ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, "Erinnerungs-Kultur" zu betreiben und Erinnerungen wach zu halten.

Dementsprechend habe ich mich entschlossen, eine  Initiative  >Wider das Vergessen<  ins Leben zu rufen. Zunächst mit inhaltlicher Beschränkung auf Musik und Musiker.

# Was wissen wir heute noch über Arnold und Alma Rosé ? **

# Selbst Musiker haben kaum mehr Kenntnis über das Schaffen von  -nur wenige Beispiele hier-  Heinrich Ignaz Franz Biber, Nikolai Roslavec, Karl Amadeus Hartmann - von Zelenka,        Dukas, Pavel Haas, Hans Rott, Stefan Wolpe, Franz Schreker und vielen anderen.

# Ich habe junge Geiger getroffen, die nicht ahnten, wer George Enescu, Carl Flesch oder David Oistrach sind. Und wie steht's mit Hubay, Henri Marteau, Feuermann, Piatigorsky, André Cluytens, Charles Munch, Victor de Sabata, Otto Klemperer, Fritz Busch, Fritz Reiner, Václav Tálich, Mrawinskij oder Mitropoulos ?!

Ich könnte die Aufzählung uferlos weiterführen.

In der anregenden Korrespondenz mit meinem Freund Peter Serkin musste ich feststellen, dass auch ich nicht wusste: sein Großvater, der große Geiger und Primarius des überragendsten aller Streichquartette, Adolf Busch (*1), hat bei Hugo Grüters (*2) Komposition studiert - von dem ich nicht mal ein einziges Werk kenne...
( NB *1: Adolf Busch war nicht nur ein flammender Nazi-Gegner; er war auch ein engagierter Komponist - und ein enger Weggefährte des genialen Max Reger  |  *2: Grüters unterrichtete Komposition in Bonn. Adolf Busch heiratete später dessen Tochter Frida Grüters. Deren Schwester Veronika lebte unweit von meiner Wohnung in Horben, nämlich in Günterstal und ich hatte mehrfach Gelegenheit, sie zu treffen, wenn Irene, Rudolf und Peter Serkin oder Hedwig Busch bei uns zu Gast waren).

Von Fall zu Fall möchte ich  -gern auch in Kooperation mit Freunden, Gleichgesinnten oder auch mit Institutionen-  an dem Thema, ohne Ergebnisdruck, arbeiten.
Gerne stelle ich Institutionen für die Vorbereitung und Durchführung von Projekten oder Veranstaltungen meine Erfahrungen zur Verfügung.
Wer über künftige Schritte / Aktivitäten / Veranstaltungen informiert werden möchte, gebe mir bitte entsprechende Nachricht an  Dirk@Nabering.com

** Ich werde diesen ursprünglich für einen Rundbrief vom 14.Dezember 2017 konzipierten Text gern zum Anlass nehmen, quasi als "Erstes Beispiel", einige Sätze zu Arnold und Alma Rosé anzufügen:

 

 

 

 

Alma Rosé und ihr Vater Arnold Rosé


Arnold Rosé (ursprünglicher Name: Rosenblum) wurde 1863 in Iasi geboren und erhielt seine Ausbildung in Wien. Er war jahrzehntelang Konzertmeister der Wiener Philharmoniker und (57 Jahre hindurch) der Staatsoper, die zu Beginn seiner Laufbahn Hofoper hieß. Rosé war eng mit Brahms vertraut; mit den Wiener Philharmonikern unter Hans Richter spielte er die Wiener Erstaufführung von Goldmarks Violinkonzert. Eine künstlerisch-kollegiale Freundschaft verband ihn mit Bronislaw Huberman.
1882 gründete er das Rosé Quartett, das heute noch als eine der feinsten Quartettvereinigungen gilt - man bedenke, das war fast 40 Jahre vor Gründung des legendären Busch Quartetts !
Rosé lehrte in Wien (zu seinen Schülern zählen Felix Galimir und Rudolf Kolisch) und war zeitweise Konzertmeister der Bayreuther Festspiele, wo seine erste Begegnung mit Gustav Mahler stattfand. Als Mahler 1897 Hofoperndirektor in Wien wurde, lernte Arnold Rosé dessen Schwester Justine kennen, die er einen Tag nach Mahlers Verehelichung mit Alma Schindler, am 10.März 1902, heiratete. 1906 wurde die Tochter Alma Rosé geboren.
Alma wurde eine hervorragende Geigerin. Nach der Scheidung ihrer Ehe mit Vása Prihoda (*) und in Folge der Nazi-Schikanen in Wien ging Alma Rosé nach London, später in die Niederlande. Während einer Reise nach Frankreich wurde sie in Dijon 1942 von der deutschen Wehrmacht verhaftet und gelangte über Umwege in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo sie 1944 umkam. Alma Rosé war in Auschwitz* die Leiterin des sogenannten "Mädchenorchesters".
Arnold Rosé, der nach dem Tod seiner Frau und, ebenfalls in Folge der Nazi-Bedrohungen in Wien, nach London emigriert war, konnte den Tod seiner Tochter nicht verkraften und starb 1946.
Bei meinen Sammelaktivitäten von Huberman-Schellack-Platten bin ich auch auf einige sehr frühe Aufnahmen von Arnold Rosé  (Sarasate, Chopin-Arrangements, Beethoven-Romanze), vom Rosé Quartett  (Beethoven, einzelne Sätze aus Opus 18/4, 74 und 131 ) und vom Duo Arnold-und-Alma-Rosé  (Bach Doppelkonzert Erster Satz) gestoßen, die ich gerne zur Verfügung stelle.

* ich möchte in dem Zusammenhang eine Lese-Empfehlung aussprechen:
James A. Grymes, Die Geigen des Amnon Weinstein | Violins of Hope
Deutsche Ausgabe Open House Verlag Leipzig 2017

(*) bedauerlicherweise verfügt dieses Schreibprogramm nicht über die tschechischen Sonderzeichen. Ebenfalls erfolgen Silbentrennungen automatisch, so, daß ich darauf bei der Texteingabe leider keinen Einfluß habe und so hin und wieder dumme Trennungen erfolgen.

Bitte schenken Sie auch dem drittfolgenden Beitrag  >Hörempfehlungen<  Ihre Beachtung.

Die Struktur >Initiative Wider Das Vergessen< finden Sie im Folgenden; den Link aktivieren und das Dokument mit word öffnen.

Es gibt auf der Welt nichts Heikleres als Geradlinigkeit und nichts Einfacheres als       Schmeichelei  (Dostojewskij)

Struktur >Initiative Wider Das Vergessen<

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