Zitate, Folge 9

Veröffentlicht auf von Dirk

BRECHT :
Ja mach' nur einen Plan, sei nur ein großes Licht, und mach' dann noch nen zweiten Plan, gehn tun se beide nicht...

WALTER MEHRING :
Im Zimmer Rilkes des Hotel Foyot haust jetzt der österreichische Romancier Joseph Roth - Rilke ähnelnd in der Musikalität des Stils, in der Zierlichkeit der Handschrift, in der Neigung zur religiösen Schwärmerei

PETER WEISS :
Während Hölderlin sich kontinuierlich, konsequent bewegt, und von Anfang an, bis zu seinem Ende, nicht abweicht von seiner Vision, während er in Übereinstimmung bleibt mit sich, auch in der Zeit noch, die Umnachtung genannt wird, sind seine großen Zeitgenossen, vernünftiger als er, normaler als er, den Forderungen der Aussenwelt in solchem Maß angepasst, daß viele ihrer ursprünglichen Ideen verlorengehen...

PAUL CELAN :
Mikrolithen sinds, Steinchen, kaum wahrnehmbar, winzige Einsprenglinge im dichten Tuff der Existenz - und nun versuchst du, wortarm und vielleicht schon unwiderruflich zum Schweigen verurteilt, sie zusammenzulesen zu Kristallen? ...

GEORG BÜCHNER :
ich schäme mich...einem vermoderten Fürstengeschlecht und einem kriechenden Staatsdiener-Aristokratismus zu gefallen  (1834)

JÜRGEN SCHRÖDER:
(Büchners Prosa) besitzt die orphische Kraft, Totes lebendig, Verborgenes sichtbar, scheinbar Unwirkliches wirklich und Wirkliches wahnhaft zu machen.

GEORGE TABORI  zu  BECKETT:
Lange vor den Soziologen, Futurologen und anderen -logen zeigt uns dieser Prophet (Beckett) die Kehrseite einer Welt, die am Überfluss-Sattheit-Ekel-Syndrom leidet, dem geschwollenen Blähbauch, der auf Kosten des Hungers an anderer Stelle erworben wurde.




 

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