Furtwängler und Schumanns Symphonien

Veröffentlicht auf von Hiroko / D.N.

WILHELM  FURTWÄNGLER  UND  SCHUMANNS  VIERTE

Beim Verfassen  eines kleinen, statistischen  Aufsatzes über
Furtwängler und Schumanns 4. Symphonie  stiess ich auf
einen Formulierungsfehler, der sich auf die  Warner-CD-Box 
(  55  CDs  mit Aufnahmen Wilhelm Furtwänglers )  bezog.
Furtwängler hat die 4.Symphonie von Schumann drei mal
>eingespielt<.  Die erste Aufnahme entstand in Berlin im
April 1952, die zweite  -jene überragend gut gelungene-
am 14.Mai 1953.  Später erschien auch eine Aufzeichnung
aus einem Konzert mit dem Schweizerischen Festspiel-
Orchester vom 26. August 1953 (Luzern).

Von den Symphonien Schumanns bevorzugte Furtwängler
für seine Konzertprogramme die  4.Symphonie d-moll
Opus 120,  stets nur in der Spätfassung von 1851.
Wilhlem Furtwängler, der sein Debüt als Gastdirigent bei den
Berliner Philharmonikern am 14.Dezember 1917 mit einem
Wagner-Strauss-Programm gab,  war dort rasch ein gern
gesehener Gastdirigent (bevor er zum Chef der Berliner
gewählt wurde). Sein erstes >Schumann-Werk<  setzte
er bereits im Januar 1918 aufs Programm: das Klavierkonzert
(Solist Max Pauer), das er künftig in nahezu einer jeden
Spielzeit erneut berücksichtigte.

Die 4. Symphonie spielte er mit den Berlinern erstmals im
Februar 1925, dann im Oktober 1930 (Geigensolo Simon
Goldberg), im März 1933 (wieder mit Goldberg als Konzert-
meister), im Januar 1938 ( Solo Hugo Kolberg), im Februar
1942 ( Geigensolo Gerhard Taschner ). Nach dem Krieg
erschien Schumanns IV. in seinen Programmen zunächst
im Februar 1948 (Titania-Palast)  und dann im April 1952.
Ab 1952 war in diesen seinen Aufführungen und Aufnahmen
stets Siegfried Borries der Konzertmeister.
Die Aufführung(en) von 1952  wurden vom Rundfunk aufge-
zeichnet und veröffentlicht,  wirken aber durchaus nicht in
dem Maße überzeugend, wie die Einspielung vom  14.Mai 1953.

Auch mit anderen Orchestern widmete sich Furtwängler
immer wieder der IV. Schumann: 1948 zum Beispiel beim
London Philharmonic Orchestra, dem Orquesta del
Teatro Colon in Buenos Aires, dem Orchestra Accademica
Santa Cecilia Roma und dem Orchestre du Conservatoire
Paris. 1952 hatte der die IV. Schumann in einem seiner
Programme beim Philharmonia Orchestra London und er
nahm sie mit den Berliner Philharmonikern auf Tournée
( April/Mai: Hamburg, Bremen, Krefeld, Paris, Freiburg,
Düsseldorf).

In Freiburg führte er die d-moll-Symphonie wiederholt
mit den Berliner Philharmonikern auf: am 28.April
1938 in der Harms-Festhalle und am 6.Mai 1952 in
der provisorisch hergerichteten Urachhalle
(Straßen-bahn-Depot).

Ich habe keine Hinweise darauf gefunden, daß
Furtwängler Schumanns 2. Symphonie je dirigiert
hätte. Wenigstens eine Aufführung der Symphonie Nr 3
Es-Dur ist verbürgt: am 21.Januar 1929  in Berlin.

Schumanns 1.Symphonie dirigierte Furtwängler
bisweilen in Berlin ( Januar 1924, Dezember 1929,
Januar 1941).  Mit den Wiener Philharmonikern und
Schumanns  Erster ging er im Oktober 1951 auf Tournée
(Montreux, Zürich, Paris, Münster, Heidelberg, Karls-
ruhe und München).  Von der Ersten liegt eine
vorzügliche  Plattenaufnahme mit den Wiener Philhar-
monikern ( mit denen er  Anfang Juni 1948 auch einmal
in Wien und kurz darauf während eines Gastspiels der Wiener
in Basel die Vierte Symphonie dirigierte)  vom Herbst 1951 vor. 

 

 

 

 

 

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